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    <title>82f8320e</title>
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    <item>
      <title>Wenn der Jagdinstinkt erwacht – und was Karate uns darüber lehrt</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Karate als Mittel der Selbsterkenntnis
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/cc4f9710/dms3rep/multi/PSX_20250520_212352-920ebc7d.png" alt="Karate Kampfsport Sparring Thun Spiez Karateka"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Neulich machte ich im Training eine spannende Erfahrung, die mich noch Tage später beschäftigte. Beim freien Kämpfen mit einem meiner Schüler – es handelt sich nicht um die Person, die auf dem Bild zu sehen ist – verspürte ich plötzlich Lust, meinen Übungspartner unter Druck zu setzen und einen Treffer zu landen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Gegenüber war kleiner als ich und körperlich sowie technisch unterlegen. Er hatte Angst davor, getroffen zu werden, fuchtelte teilweise hektisch und wich jedem Angriff energisch aus (obschon wir im Training stets darauf achten, die Grenzen des Gegenübers zu respektieren). Seine Unsicherheit war unübersehbar. Und genau diese Angst schien in mir etwas auszulösen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dass Angst den Jagdinstinkt triggern kann, ist kein neues Konzept. Doch als rational handelnder Mensch würde man erwarten, dass man gerade nicht den Drang verspürt, einem unterlegenen Gegner nachzusetzen. Wozu auch? Fürs Ego? Das war es nicht. Es fühlte sich vielmehr an wie ein natürlicher Reflex – ein Impuls aus meinem Inneren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zum Glück bin ich geübt genug, solchen Impulsen nicht blind zu folgen. Stattdessen zeigte mir diese Situation einmal mehr, welcher Schatz in der Kampfkunst Karate verborgen liegt – ein Schatz, der sich allen öffnet, die bereit sind, nach ihm zu suchen. Wir müssen nach ihm suchen, den von alleine offenbart er sich uns nicht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir Karate als Lebensweg verstehen, um uns selbst zu erkennen und als Menschen zu wachsen, müssen wir mit Aufmerksamkeit durch das Training gehen. Dies gilt zweifelsohne auch für unseren Lebensalltag. Wir müssen jene Momente erkennen, in denen sich etwas in uns zeigt, aus dem wir lernen können – ein Gedanke, ein Reflex, ein Muster. Die Reflexion darüber ist kein Zusatz, sondern ein zentraler Bestandteil des Weges. Techniken, Partner, Training – all das sind Werkzeuge. Das eigentliche Ziel liegt tiefer.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei jeder Begrüssung verbeugen wir uns voreinander. Warum? Weil es ein Ausdruck von Respekt und Dankbarkeit ist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein stilles: „Danke, dass du mir hilfst, weiterzukommen.“ „Danke, bist du hier, um mit mir diesen Weg zu gehen.“ Wozu sollten wir uns sonst verbeugen, wenn nicht aus Dankbarkeit? Und gibt es etwas Wertvolleres, als unseren Mitmenschen mit Dankbarkeit und Wertschätzung zu begegnen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Karate kann von enormem Wert sein, um uns selbst zu erkennen und in eine ehrliche Beziehung zu uns selbst zu kommen. Dies erfordert Mut. Mut, den eigenen inneren Wahrheiten in die Augen zu schauen – auch jenen, die unangenehm sind oder uns irritieren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Jagdinstinkt, der in mir aufstieg, reflektiert meine Innenwelt. Er spiegelt etwas tief in mir Verborgenes, und ich bin dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Dankbar, dass ich Karate-Dō praktiziere.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 15 Mar 2026 19:45:36 GMT</pubDate>
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      <g-custom:tags type="string">Selbstreflexion</g-custom:tags>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Bunburyōdō - Pinsel und Schwert</title>
      <link>https://www.karateschulethun.ch/bunburyodo-der-gemeinsame-weg-von-philosophie-und-kriegskunst</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der gemeinsame Weg von Philosophie und Kriegskunst
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/cc4f9710/dms3rep/multi/aleksei-zaitcev-f3TtXFf6QGI-unsplash-55dceb7f.jpg" alt="Japanische Samurairüstung"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Konzept
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Bunburyōdō
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           stammt aus der japanischen Kultur und bedeutet wörtlich übersetzt "der gemeinsame Weg von Kultur und Kriegskunst" (Bun = Schrift, Kultur | Bu = Kampf, Kriegskunst | Ryōdō = beide Wege, doppelter Weg).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In der traditionellen Samurai-Kultur galt Bunburyōdō als Ideal: Ein Krieger sollte nicht nur im Schwertkampf (Bu) exzellent sein, sondern auch gebildet und kultiviert (Bun). Das bedeutete, dass Samurai neben der Kampfkunst auch Kalligraphie, Philosophie, Dichtung und strategisches Denken studierten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Heute wird das Konzept oft in Bezug auf moderne Kampfkunst und Bildung angewendet. Es steht für die Idee, dass körperliches Training und geistige Entwicklung Hand in Hand gehen – ein Prinzip, das auch im Karate eine große Rolle spielt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Im folgenden ein gedanklicher Exkurs zu diesem Konzept
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wird ein Kind geboren, so fühlt es sich als erstes eins mit seiner Mutter. Erst mit der Zeit beginnt es, sich als eigenständiges Wesen zu begreifen. Es macht einen ersten Unterschied: den Unterschied zwischen sich und seiner Mutter.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nach demselben Konzept, wie das Kind beginnt, die Welt zu erfassen, begreifen auch wir Menschen die Welt. Wir konstruieren unsere Welt, indem wir stets Dinge voneinander unterscheiden. Das Objekt unterscheiden wir von seiner Umgebung. Dunkel verstehen wir, weil wir hell kennen. Hart gibt es nur, wenn es auch weich gibt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir machen stets Unterscheidungen und versuchen so, unsere Welt zu verstehen. Ob das von uns konstruierte Bild der Welt, dabei tatsächlich der Realität entspricht oder bloss ein Konstrukt unserer Gedanken ist, sei dahingestellt. Wir sehen einen Baum auf einer Wiese und vergessen leicht, dass der Baum nicht dort aufhört, wo er sich unserem Auge entzieht. Ist beispielsweise ein mit dem Baum in Symbiose lebender Pilz Teil des Baumes?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ebenso unterscheiden wir zwischen den zwei Gesundheitszuständen: gesund und krank. Dies, obschon wir uns wohl viel eher auf einem Kontinuum zwischen Gesundheit und Krankheit bewegen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir machen stets Unterscheidungen und oft favorisieren oftmals eine Seite. So wird in unserer Gesellschaft das sogenannte Männliche als wichtiger angesehen als das sogenannte Weibliche. Berufliche Karriere zu machen, wird als wichtiger betrachtet als die Kinderbetreuung. Berufe, die mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden, sind grundsätzlich schlechter bezahlt als Berufe, die vorwiegend von Männern besetzt sind. Eine Gesellschaft, die nur eine Seite der Medaille favorisiert, befindet sich nicht im Gleichgewicht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Analog zu unserer Gesellschaft, befindet sich auch ein Mensch nicht im Gleichgewicht, wenn er die Dualität des Lebens missachtet. Ein Mensch kann beispielsweise nicht nur hart sein, sondern muss sich auch seiner Verletzlichkeit bewusst sein. Nebst Leistung muss es auch Zeiten der Erholung geben. Körper und Geist müssen sich gegenseitig ausgleichen. Obschon der Körper durch den Geist gesteuert wird, kann dieser ohne den Körper nicht überleben. (Wie das Beispiel des Physikers Stephen Hawking zeigt, mag der technologische Fortschritt dem zwar etwas entgegenwirken, jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt.)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Praxis der Kampfkunst – aus diesem Grund nennen wir es auch Kunst – darf nicht allein darauf ausgerichtet werden, eine möglichst effektive und effiziente Technik zu entwickeln, sondern bedarf einer ausgleichenden Reflexion. Wir sollten uns über moralische und ethische Fragen Gedanken machen. Als Karatelehrer ist man seinen Schülern gegenüber verpflichtet, sicht mit den Motiven der Unterrichtspraxis zu befassen und sich nicht von unbewussten und unreflektierten Mustern leiten zu lassen. Gleichzeitig kann die Praxis aber nicht nur im Kopf stattfinden, sondern muss durch und mit dem Körper erfolgen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Körper und Geist bedingen sich gegenseitig. Folgen auf unsere Gedanken keine Taten, können wir im Leben nichts bewirken. Machen wir uns zu unseren Motiven jedoch keine Gedanken, so folgen wir bloss unbewusst erlernten Verhaltensmuster.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Praxis der Kampfkunst erfordert mehr als nur das Erlernen von Techniken. Sie verlangt eine ständige Auseinandersetzung mit der eigenen körperlichen und geistigen Disziplin. Wie im Konzept von Bunburyōdō, in dem die Dualität von Kultur und Kampfkunst zusammenfliesst, ist auch im Karate das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist entscheidend. Ein Karateka darf sich nicht nur auf die äussere Stärke verlassen, sondern muss auch die inneren Kräfte – wie Reflexion, Ethik und Bewusstsein – kultivieren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn die Praxis ausschliesslich auf Effizienz und Technik ausgerichtet ist, verliert sie ihre tiefere Bedeutung. Der wahre Weg im Karate liegt in der ständigen Balance zwischen den physischen Fähigkeiten und der geistigen Achtsamkeit. Wer sich dieser Dualität nicht bewusst ist, bleibt in der rein äusserlichen Form des Trainings gefangen und verpasst die Gelegenheit, sich auf einer tieferen Ebene weiterzuentwickeln. Karate ist nicht nur eine Technik – es ist ein kontinuierlicher Dialog zwischen Körper und Geist, der weit über die Grenzen des Dōjō hinausgeht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sat, 08 Mar 2025 17:58:50 GMT</pubDate>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Sollen Gürtelprüfungen bewertet werden?</title>
      <link>https://www.karateschulethun.ch/sinn-und-zweck-von-guertelpruefungen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Abgleich mit dem Grundgedanken des Karate
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/cc4f9710/dms3rep/multi/2024-12-11-Thun-31-1-b8ea12ee.jpg" alt="Karatelehrer der Karateschule Thun coacht junge Karateka im Training."/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gürtelprüfungen nehmen im Karatetraining oftmals einen prominenten Platz ein. Das Training wird in vielen Schulen nach dem gültigen Prüfungsprogramm ausgerichtet und wer keine Wettkämpfe absolviert, der eifert oftmals dem Erlangen des nächsten Gürtels nach. Zudem ist es bei Gürtelprüfungen gängig, dass Prüflinge durch eine:n Experten:in bewertet und ihre Leistungen benotet werden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Doch wie sinnvoll ist es, Gürtelprüfungen zu bewerten?
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Karate wird als Lebensschule bezeichnet. "Karate macht man ein Leben lang..." - so ein bekannter Spruch. Der Weg ist das Ziel und der persönliche Fortschritt der Praktizierenden soll im Zentrum stehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine Benotung ist stets ein Abgleich der individuellen Leistung an objektiven Massstäben und die Prüflinge werden anhand von mehr oder weniger objektiv messbaren Kriterien beurteilt. Dabei spielt es keine Rolle welchen Weg jemand zum Erreichen des entsprechenden Levels zurückgelegt hat. Es ist jedoch praktisch unmöglich, den persönlichen Fortschritt der einen Person mit dem der anderen Person zu vergleichen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Soll eine Schülerin, die einen Ablauf innerhalb von zwei Wochen erlernt, besser bewertet werden als ein Schüler, der dazu ein Jahr benötigt? Soll der Aufwand, den jemand leistet, um ein Ziel zu erreichen, in die Bewertung einfliessen? Wenn ja, zu welchem Anteil? Macht es überhaupt Sinn Leistungen zu vergleichen, wenn davon auszugehen ist, dass jede und jeder unterschiedliche Voraussetzungen mitbringt?
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Müssten für eine korrekte Bewertung nicht stets alle Faktoren berücksichtigt werden, die zum Erreichen dieser Leistung beigetragen haben - wie beispielsweise persönliche Voraussetzungen, die familiäre Unterstützung, der persönliche Wille? Und wäre dies nicht ein Ding der Unmöglichkeit?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine Bewertung lädt stets dazu ein, sich mit anderen zu vergleichen. Abgesehen vom eigenen Ego nützt dies jedoch meist niemandem etwas. Weder derjenigen Person, die stolz ist, weil sie besser als andere ist, noch derjenigen, die sich schlecht fühlt, weil andere besser sind. Karate ist ein Lebensweg, bei dem es um die persönliche Entwicklung geht. Diese sollte im Zentrum der Aufmerksamkeit sein.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unseren Mitmenschen auf Augenhöhe zu begegnen, ist eine Tugend, die es anzustreben gilt. Wir sollten das Gegenüber und seine Leistungen anerkennen, ohne uns uns unterzuordnen oder uns über es zu stellen. Wir sollen und dürfen stolz auf unsere Leistungen sein - unabhängig von den Menschen um uns herum. Wir dürfen mit Selbstbewusstsein durchs Leben gehen und diesen Anspruch auch anderen zugestehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Als Argument für eine Bewertung könnte angeführt werden, dass dies die Schülerinnen und Schüler dazu anspornt, sich besonders anzustrengen und zu besseren Leistungen führt. Dabei verkennen wir jedoch den jedem Menschen angeborenen Drang Neues zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Niemand muss einem Kleinkind nahelegen, es solle laufen lernen oder sich für Dinge begeistern. Es sind äussere Gegebenheiten, die dazu führen, dass jemand den Glauben an sich und die Lust zu lernen verliert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir Karate also als etwas verstehen, das uns als Menschen und Gesellschaft weiterbringen soll, ist es nicht zielführend, die Schüler und deren Leistungen zu bewerten und dies dürfte im Kern den Idealen des Karate-Dō widersprechen. Dies gilt es zu bedenken, wenn wir unsere Schülerinnen und Schüler nicht unabhängig von ihren persönlichen Voraussetzungen bewerten wollen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Den kritischen Ausführungen zum Trotz geben wir in der Karateschule Thun unseren Schülerinnen und Schülern im Training - möglichst konstruktive - Rückmeldungen zu ihren Leistungen, und wir streben eine objektiv perfekte Karatetechnik an - jedoch nicht mit dem Ziel, besser als andere zu sein, sondern um uns selbst zu verbessern.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 28 Feb 2025 15:43:44 GMT</pubDate>
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      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://irp.cdn-website.com/cc4f9710/dms3rep/multi/2024-11-20-Thun-04-96e7d473.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Pflege den Geist der ständigen Bemühung</title>
      <link>https://www.karateschulethun.ch/pflege-den-geist-der-staendigen-bemuehung</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine goldene Regel für die Karate-Praxis
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/cc4f9710/dms3rep/multi/PSX_20241118_210548-e037853e.jpg" alt="Karate-ka sitzen in Meditationshaltung."/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dōjōkun Nummer drei lautet: Hitotsu, Doryoku no Seishin o Yashinau Koto - Kultiviere den Geist des ständigen Bemühens oder Strebens.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die fünf Dōjōkun oder Regeln des Dōjō (japanisch "Ort des Weges") sollen den Trainierenden als Richtlinie für die Praxis dienen. Gemäss den gängigen Quellen wurden sie um 1750 von Meister Sakugawa aufgestellt. Sie stehen dabei nicht in einer Hierarchie oder Reihenfolge zueinander und ihre Bedeutung fürs Karate entspricht der Wichtigkeit, welche ihnen durch die:den Praktizierende:n beigemessen wird.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sinngemäss zur dritten Regel des Dōjōkun hielt Meister Gichin Funakoshi fest: "Karate ist wie heisses Wasser, das abkühlt, wenn man es nicht ständig erhitzt." Und sogar Roger Federer sagte "Du bist immer nur so gut wie dein letztes Spiel".
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           In der Karatepraxis ist kein Innehalten und kein Ausruhen vorgesehen. Karate bedeutet immerwährende Anstrengung und ständiges Streben nach Verbesserung und Perfektion - Perfektion, die notabene nie erreicht werden kann. Das Streben im Karate geht dabei weit über sportlichen Erfolg hinaus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es scheint, dass gerade eine regelmässige Praxis für viele Trainierende eine der grössten Herausforderungen überhaupt darstellt. Vielen gelingt es vielleicht, während einer gewissen Zeit das Training regelmässig zu besuchen. Nur wenige sind jedoch in der Lage über Jahre hinweg eine Regelmässigkeit beizubehalten. Dies mag viele Gründe haben und für viele Trainierende mag es auch ausreichend sein, Karate für eine gewisse Zeit zu betreiben.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Wenn wir aber danach bestrebt sind, zu den wahren Schätzen dieser Kampfkunst vorzudringen und Karate als Mittel des persönlichen Wachstums zu erfahren, sollten wir auch dann oder insbesondere dann am Training teilnehmen, wenn es uns schwerfällt. An Schwierigkeiten wachsen wir - nicht, indem wir ihnen ausweichen, sondern indem wir sie als Herausforderungen annehmen. Sowohl im Kleinen (indem wir im Training tief stehen, auch wenn es anstrengend ist, oder uns stets bemühen, selbst einfache Techniken korrekt auszuführen) als auch im Grossen (indem wir kein Training auslassen, auch wenn es einfacher oder bequemer wäre, zu Hause zu bleiben).
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Gelingt es uns, diesen konstanten Geist zu erlangen, können wir vom Karate für unser Leben profitieren und tatsächlich in die Tiefe dieser Kampfkunst vordringen. Andernfalls kratzen wir stets nur an der Oberfläche.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ähnlich wie bei einem Loch im Wüstensand müssen wir ständig Sand schaufeln um zur Wasserquelle vorzustossen. Unterbrechen wir unsere Arbeit, verwischt ein Sandsturm unsere Spuren. Neu Erlerntes benötigt Wiederholung, um in unseren Körper und Geist hineinzusickern und abgespeichert zu werden. Diese Wiederholung erreichen wir nur durch regelmässiges Training. Training für Training, Woche für Woche, Jahr für Jahr - ein Leben lang. Nicht morgen, sondern heute.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://irp.cdn-website.com/cc4f9710/dms3rep/multi/evgeny-lazarenko-8HknSpvc1CU-unsplash.jpg" length="344123" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Thu, 26 Dec 2024 13:44:51 GMT</pubDate>
      <author>k.wyler@karateschulethun.ch (Kurt Wyler)</author>
      <guid>https://www.karateschulethun.ch/pflege-den-geist-der-staendigen-bemuehung</guid>
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      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Budō ist kein Wettkampf. Budō bedeutet Kämpfen.</title>
      <link>https://www.karateschulethun.ch/interview-mit-taiji-kase</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Interview mit Sensei Taiji Kase | 1929 - 2004
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Übersetzung aus dem Englischen | Interviewer: Jarmo Niiranen, Finnland, 2002 | Quelle: oxfordshotokan.com
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/cc4f9710/dms3rep/multi/kase.jpg" alt="Taiji Kase Sensei, renommierter Karate-Meister und Schüler von Gichin Funakoshi, im Shotokan-ryu Kase-ha-Stil. Bekannt für seine Fudo-dachi-Stellungen und Budo-Philosophie, prägte er das traditionelle Karate weltweit." title="Foto von Taiji Kase Sensei"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was war das denkwürdigste Erlebnis während Ihrer bemerkenswerten Karate-Reise?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist die Liebe zum Karate, die fast sechs Jahrzehnte andauert. Ich kann nicht nur eine Sache nennen, da so viel passiert ist. Manchmal frage ich mich – warum trainiere ich weiter? Ich muss weitermachen, weil mir Karate so viel gibt – Karate ist mein Leben. Ich habe mehr als ein halbes Jahrhundert lang weltweit Karate trainiert und gelehrt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was ist der Zweck Ihres Trainings?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Hauptziel ist die kontinuierliche Weiterentwicklung. Obwohl ich 73 Jahre alt bin, habe ich das Gefühl, dass ich mich ständig weiterentwickle. Wenn ich entscheide, dass ich nach dem Kampf stehe, dann werde ich es auch. Das ist der ursprüngliche Budō-Geist – das Training sollte auch so erfolgen. Budō – Karate benötigt etwa 20-30 Jahre Grundlagenarbeit. Erst danach kann man anfangen, Karate tiefer zu verstehen und die Dinge klarer zu sehen. Die Entwicklung ist ein fortlaufender Prozess – kontinuierliches Training bildet dafür die Grundlage.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wer waren Ihre Lehrer, als Sie mit dem Training angefangen haben? Können Sie ihre Hauptmerkmale beschreiben?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gichin Funakoshi war mein erster Lehrer – er war es, der die Shōtōkan-Ryū-Schule gründete. Sein Karate war eher okinawanisch. Die Stellungen waren kurz und es gab nur wenige Tritttechniken. Der zweite Lehrer war sein Sohn Yoshitaka Funakoshi, der das Karate enorm weiterentwickelte. Er schuf dynamischere Bewegungsmuster – tiefere Stellungen kamen dazu, und die Menge und Qualität der Tritte nahm zu. Karate als Ganzes wurde vielseitiger. Yoshitaka schuf die Fudōdachi-Stellung, die es ermöglichte, sich stärker und natürlicher in mehrere Richtungen zu bewegen als das alte Zenkutsu-dachi. Fudō-dachi ist die Grundstellung des Shōtōkan-Ryū Kase-Ha. Mein dritter wichtiger Lehrer war Motonobu Hironishi, der mich während meiner sechs Jahre an der Senshu-Universität in Tokio unterrichtete. Hironishi Sensei war eine sehr wichtige Persönlichkeit in der Shōtōkai-Schule, nachdem er Shōtōkan verlassen hatte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Könnten Sie uns mehr über Motonobu Hironishi Sensei erzählen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Er begann 1931 im Alter von 19 Jahren mit Karate. Er war ein Schüler von Gichin und Yoshitaka Funakoshi und unterrichtete Karate an japanischen Universitäten. Hironishi mochte keine Wettkämpfe und sagte immer, dass Karate als Budō und nicht als Sport trainiert werden sollte. Er sagte, dass Karate im Wettkampf nicht real sei. Wie ich bereits erwähnte, wechselte Hironishi zum Shōtōkai, und der Hauptgrund dafür war, dass es im Shōtōkai kein Wettkampfelement gibt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es wird gesagt, dass Tadao Okuyama Sensei ein höheres Niveau im Karate erreichte als Yoshitaka Funakoshi – ist das wahr?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Meiner Meinung nach erreichte Yoshitaka ein höheres Niveau als Okuyama. Als Yoshitaka 1945 starb, setzte Okuyama seine eigene Entwicklung fort – aber er erreichte dennoch nicht Yoshitakas Fähigkeitsniveau. Für mich ist Yoshitaka immer die Nummer eins. Tatsächlich lassen sich die beiden gar nicht vergleichen, da ihr Karate unterschiedlich war. Yoshitaka war eher ein körperlicher Karateka, während Okuyama seine Energie von woanders her schöpfte – seltsam, oder?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wann haben Sie Sensei Okuyama zuletzt getroffen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Wir haben uns seit einigen Jahren nicht gesehen. Ab und zu telefonieren wir. Normalerweise sprechen wir über das Training und tauschen Meinungen aus. Er ist über 80 Jahre alt und trainiert und lebt in Japan. Unsere Freundschaft dauert seit den 1940er Jahren – den Universitätsjahren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie ist Ihre Meinung zur heutigen Trainingshaltung im Vergleich zum Geist zu Yoshitakas Zeiten – gibt es Probleme?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Probleme, nicht unbedingt. Das Training war natürlich während des Krieges ganz anders als heute. Der Unterschied liegt in der Kontrolle der Technik. Atobaya war im Training zu Kriegszeiten sehr verbreitet – es gab keine Kontrolle. Das Töten mit einem Schlag war die Grundlage des Trainings. Heute trainieren manche Leute für Wettkämpfe – warum ist das so?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie sehen Sie die Zukunft des Karate – in welche Richtung möchten Sie es sich entwickeln sehen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Budō ist kein Wettbewerb. Budō ist Kampf. Karate ist Schutz/Verteidigung – von sich selbst, anderen Menschen, eigenem und fremdem Eigentum. Das traditionelle Karate beinhaltet keinen Wettkampf – wenn jemand etwas anderes behauptet, dann irrt er sich. Glauben Sie mir – ich habe die gesamte Entwicklung des modernen Karate miterlebt. Die Wettkampfregeln wurden in den 1950er Jahren entwickelt. Es gibt keine Punkte für wirksame Uke-Waza. Budō ist realistisches Kämpfen, basierend auf der Samurai-Tradition – zu dieser Tradition gehört auch das traditionelle Karate. Der realistische Kampf ist weit entfernt vom Wettkampfkarate. Die Regeln und die eingeschränkte Technikauswahl geben kein wirkliches Bild von Karate. Die Technik wird einseitig und Karate verändert sich zu einem punktebasierten Sport wie beim Tanzen – das ist im wahren Budō nicht der Fall.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Karate sollte ernster trainiert werden. Warum üben Menschen Kata nur, um die Form zu lernen? Es ist wie Tanzen. Das realistische Kata-Bunkai-Training hilft den Menschen, die Kata auf eine völlig andere Weise zu verstehen. Ein starker Block tut dem Gegner weh – ein Angriff ist nicht unbedingt erforderlich. Im Karate gibt es keine unnötigen Bewegungen. Das sind die Dinge, an die man sich erinnern sollte, wenn man Karate trainiert. „Karate ni sente nashi“ – Block immer zuerst.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielen Dank, Sensei – Arigatō!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bildquelle: academieshotokan.fr
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://irp.cdn-website.com/cc4f9710/dms3rep/multi/jeremy-kieran-RVvr_g5-u3M-unsplash.jpg" length="260168" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Sat, 26 Oct 2024 20:28:26 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Haben oder Sein: Der Weg zur inneren Zufriedenheit im Karate</title>
      <link>https://www.karateschulethun.ch/haben-oder-sein</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Erich Fromm und der Anfängergeist: Glück im Karate jenseits von Anerkennung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/cc4f9710/dms3rep/multi/434142598_956262039716357_8770242243137938769_n.jpg" alt="Eine goldene Statue eines in Seiza meditierenden Karateka oder Kampfsportlers. Meditation ist ein wichtiges Element im Kampfsport um den Geist zu beruhigen."/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Erich Fromm
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe, 1900–1980) beschreibt in seinem Buch „Haben oder Sein“ zwei grundlegend verschiedene Lebensweisen, in denen wir uns befinden können. Diese zwei Modi beeinflussen, wie wir unser Glück und unseren Selbstwert wahrnehmen – auch in der Welt des Karate.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Im
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Haben“-Modus
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            definieren wir uns über materielle Besitztümer wie Geld, Statussymbole oder Anerkennung. Menschen in diesem Modus streben danach, äusseren Wert anzuhäufen, in dem Glauben, dass ihr Selbstwert davon abhängt. In der Welt des Karate und Kampfsports kann sich der „Haben“-Modus durch das Streben nach Medaillen, höheren Gürtelstufen oder äusserer Anerkennung zeigen. Ein Karateka im „Haben“-Modus legt seinen Fokus auf die Erreichung messbarer Ziele, wie das Bestehen von Prüfungen oder den Gewinn von Turnieren.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Im
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Sein“-Modus
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            hingegen steht das persönliche Wachstum im Vordergrund. Menschen in diesem Modus streben nach innerer Zufriedenheit, tieferen zwischenmenschlichen Beziehungen und der Entfaltung ihres Potenzials. In Bezug auf Karate bedeutet dies, dass der Karateka den Wert des Trainings nicht an äusseren Erfolgen misst, sondern an der inneren Entwicklung – an der Verbesserung von Selbstdisziplin, Geduld und Achtsamkeit. Ein Schüler, der einen neuen Gürtel erreicht, könnte im „Sein“-Modus tiefe innere Zufriedenheit empfinden, unabhängig von äusserem Lob. Das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler wird zu einer gegenseitigen Möglichkeit des Wachstums und der Reflexion, anstatt auf Hierarchie oder Kontrolle zu beruhen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wenn wir von
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Karate-Dō (jap. „Weg der leeren Hand“)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            sprechen, verstehen wir Karate als Kampfkunst. Der Fokus liegt dabei auf dem dem Weg, nicht dem Ziel. Im Kern geht es im Karate-Dō um das eigene Wachstum und die Entwicklung der Persönlichkeit, nicht um den Sieg über einen Gegner oder äussere Anerkennung.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Äusserlich betrachtet mögen der „Haben“- und „Sein“-Modus ähnlich erscheinen – ein Karateka im „Sein“-Modus kann ebenfalls Gürtelprüfungen bestehen oder Medaillen gewinnen und bloss durch den Wegfall solcher Aspekte stellt sich nicht automatisch der „Sein“-Modus ein. Es ist der innere Antrieb und die persönliche Bedeutung, welche den Unterschied machen. Während der „Haben“-Modus auf äussere Bestätigung angewiesen ist, findet der „Sein“-Modus seinen Wert in der inneren Entwicklung und Zufriedenheit
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Karate kann vieles sein - Sport, Wettkampf, ein Mittel zur äusseren Anerkennung oder ein Weg zur Selbstentwicklung und zur inneren Zufriedenheit. Welche Bedeutung und Rolle der Kampfsports im Leben hat, entscheidet jede:r Karateka für sich selbst.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bild erstellt mit Copilot (Microsoft)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           .
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://irp.cdn-website.com/cc4f9710/dms3rep/multi/finan-akbar-OhOun94xtF8-unsplash.jpg" length="766832" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Tue, 15 Oct 2024 11:58:00 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://irp.cdn-website.com/cc4f9710/dms3rep/multi/finan-akbar-OhOun94xtF8-unsplash.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Shōshin - Anfängergeist</title>
      <link>https://www.karateschulethun.ch/shoshin-anfaengergeist</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Shōshin: Der Geist des Anfängers – Kunst, Vorurteile und das Lernen im Karate
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/cc4f9710/dms3rep/multi/diana-light-2gMXe9v6W2A-unsplash.jpg" alt="Ein Künstler im Atelier malt ein Bild, symbolisch für die Entwicklung des Anfängergeists (Shoshin) im Karate und Kampfsport. Der kreative Prozess steht für die Offenheit gegenüber neuen Techniken und Erfahrungen in der Kampfkunst."/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einstein soll gesagt haben, «
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Je mehr ich weiss, desto mehr erkenne ich, dass ich nichts weiss
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ». Wenn wir Neuem oder vermeintlich Bekanntem begegnen, ist es entscheidend, mit welcher Haltung wir dies tun.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Shōshin (jap. Anfängergeist) beschreibt die Geisteshaltung, mit welcher wir Karate praktizieren sollten, um stets offen für neue Erfahrungen und Erkenntnisse zu bleiben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir können diese Haltung mit einem weissen, unbeschriebenen Blatt Papier vergleichen, welches wir nach Belieben gestalten. Je grösser das Blatt, umso mehr Gestaltungsmöglichkeiten haben wir – je offener unser Geist, umso mehr können wir aufnehmen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Welches Bild ein Künstler bzw. eine Künstlerin malt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Vom Untergrund, von der Farbpalette, von der Maltechnik und von den künstlerischen Fähigkeiten. Als Karate-Praktizierende sind wir die Künstler und können darüber entscheiden, welche Freiheiten wir uns beim Malen nehmen. Wir bestimmen die Technik (Acryl, Aquarell, Öl...) und verfeinern unsere Technik mit jedem Bild, das wir malen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Besonders entscheidend für unser Bild ist die Auswahl der Malunterlage. Ein dunkles Blatt eignet sich bspw. nicht für Wasserfarben und für eine Ölmalerei ist eine Leinwand geeigneter als Papier. Gleichzeitig können wir ohne Untergrund nichts zeichnen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie verwandeln wir also aus unserem Geist in ein leeres, weisses Blatt?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Prozess des Lernens spielt hier eine wichtige Rolle. Wir lernen, indem Neues mit bereits bestehendem Wissen abgeglichen wird (zumindest nach der Theorie des Konstruktivismus). Danach entscheiden wir, ob das Neue von Relevanz für uns ist, und integrieren es ggf. in unseren bisherigen Wissensstand. Aus diesem Grund baut neues Wissen stets auf altem auf. Es ist daher kaum möglich, unseren Geist in ein komplett weisses, unbeschriebenes Blatt zu verwandeln. Stattdessen beinhaltet der Untergrund, auf dem wir malen, stets auch diejenigen Erfahrungen, welche wir bis anhin in unserem Leben gemacht haben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einerseits sollten wir den Untergrund in unserem Geist so gestalten, damit tatsächlich ein neues Bild entstehen kann und wir bei Bedarf auch mit neuen Farben und Techniken experimentieren können. Andererseits wäre es aber nicht hilfreich (und die Spezies Mensch hätte wohl auch nicht lange überlebt), wenn wir aus bisherigen Erfahrungen nicht lernen würden. Aus diesem Grund begegnen wir Neuem stets mit Vorurteilen – nützlichen, schädlichen oder solchen, die uns hindern, neue Erfahrungen zu machen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da wir diese Vorurteile nicht einfach ausblenden können, ist es hilfreich, wenn wir uns reflektieren, um sie in unser Bewusstsein zu holen. Dadurch können wir beeinflussen, inwiefern wir durch frühere Erfahrungen gelenkt werden – und wir erlangen die künstlerische Freiheit zu entscheiden, welche Bilder wir malen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://irp.cdn-website.com/cc4f9710/dms3rep/multi/diana-light-2gMXe9v6W2A-unsplash-601b8235.jpg" length="98307" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Sun, 01 Sep 2024 11:57:29 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://irp.cdn-website.com/cc4f9710/dms3rep/multi/diana-light-2gMXe9v6W2A-unsplash-601b8235.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
  </channel>
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