Karate Schule Thun
Karate Schule Thun

KARATESCHULE THUN

Schule für traditionelles Karate

Funakoshi Gichin Sensei

Meister Funakoshi wurde 1868 im Yamakawa-Cho Distrikt auf Okinawa geboren. Seine Familie gehörte der Shizoku-Klasse an, die nach der Meijireformation die Stellung der Samurai übernahmen. Im Alter von dreizehn Jahren wurde er von Meister Azato als Schüler akzeptiert.

Aufgrund einiger verschiedener Missstände ökonomischer Natur war Meister Funakoshi gezwungen zu arbeiten um seine Familie über Wasser zu halten und daher unter kröfteraubenden Bedingungen und im Geheimen, während der Nacht, zu trainieren und das Studium der Kata zu vertiefen: Das Training war sehr hart und bestand in der unendlichen Wiederholung um durch das ständige Wiederholen derselben Techniken die Perfektion zu erlangen.

Funakoshi Gichin Sensei Funakoshi Gichin Sensei

Mit der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht von 1877, entging es den Ärzten nicht, dass die Praktizierenden des Te stärker und robuster gebaut waren und physischen und mentalen Anstrengungen besser ertrugen. Die jungen Okinawer wurden daher in die japanische Armee eingezogen.

Meister Funakoshi, der sich der sozialen und kulturellen Veränderungen bewusst war, ersuchte die Regierung daher Karate an den Grundschulen zu unterrichten, jedoch merkte er sehr bald, dass die pädagogischen Methodiken, die bis zu diesem Zeitpunkt angewandt wurden, für den Unterricht von Gruppen völlig ungeeignet waren.
Meister Itosu entwickelte daher 1904 die Pinan Kata, mit dem Ziel das Karate-Studium zuerst auf nationaler und anschliessend internationaler Ebene zu verbreiten.
1903 fiel schliesslich der Entscheid der japanischen Autorität, Karate in den offiziellen Unterricht der öffentlichen Schulen aufzunehmen: Das Karate kam aus dem Dunkeln hervor und näherte sich der Kampfkunst an, die wir heute kennen. Im Jahre 1927 begab sich Erbprinz Hiro Hito auf die Insel Okinawa. Zu diesem Anlass organisierte Funakoshi, der Präsident der Vereinigung von Okinawa zum Erhalt des Geistes der Kampfkünste war, ein Karate-Vorführung: Hiro Hito war schwer beeindruckt, die Eleganz der Techniken und Bewegungen lösten bei ihm Erstaunen und Freude aus.
1922 wurde Meister Funakoshi nach Tokyo eingeladen um an einer Sportveranstaltung teilzunehmen, eine Veranstaltung die sich als Erfolg herausstellen sollte: Jigoro Kano, Begründer des modernen Judo lud ihn ein, Vorführungen in seinem zu machen.

Meister Funakoshi bemerkte jedoch bald, dass er, um Karate in Japan und auf der Welt zu verbreiten, dessen kulturelles und technisches Niveau erhöhen musste: Zu diesem Zweck veranstaltete er Konferenzen und machte Demonstrationen, bei welchen er auf der Wichtigkeit des Karate, als Mittel zur Verbesserung der Physis und Psyche, beharrte. Gegen Ende desselben Jahres wurde er von einem Professor der Keido Universität kontaktiert, welcher ihm riet, Karate an den Universitäten einzuführen und ein Dōjō an der Universität zu eröffnen. 1936, auch dank verschiedenen Finanzhilfen, wurde das erste Dōjō in Zoshigawa eröffnet. Es erhielt den Namen Shōtōkan.

Während dem Zweiten Weltkrieg, wurde das Karate des Meisters als Mittel und Methode für das Training der Armeeeinheiten anerkannt. Genau zu diesem Zeitpunkt trat Meister Kase ins Dōjō ein. Bei Kriegsende starb der Sohn von Funakoshi: Yoshitaka, der sich in Zusammenarbeit mit seinem Vater um das Training an der Universität gekümmert hatte. Der Meister war desorientiert und entschied sich 1947 nach dem Tod seiner Frau, nach Tokyo zurückzukehren um seine Arbeit ganz von Neuem zu beginnen.
Es war in dieser schweren Zeit, als sich ein junger Schüler der Takushoku Universität hervortat: Meister Nakayama welcher den Impuls für die darauffolgende Oranisation des Shōtōkan gab.

Funakoshi Gichin Sensei Funakoshi Gichin Sensei Funakoshi Gichin Sensei

1950 wurde das Verbot für die Ausübung der Kampfkünste auf japanischem Boden durch die amerikanische Regierung aufgehoben: Meister Funakoshi wurde auf die amerikanischen Basen eingeladen um Demonstrationen, zur Illustration der Prinzipien des Karate, zu halten.

Der Meister verstarb am 26. April 1957, im Alter von 89 Jahren, nachdem er sich sein ganzes Leben dem Unterricht und der Verbreitung des traditionellen Karate gewidmet hatte.

Eines seiner wichtigsten Werke ist das Shoto Niju Kun, zwanzig Regeln, welche das Karate illustrieren und den Praktizierenden den zu gehenden Weg aufzeigen.

  • Karate wa rei ni hajimari, rei ni owaru koto wo wasuruna
    Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt.
  • Karate ni sente nashi
    Im Karate gibt es keinen ersten Angriff.
  • Karate wa gi no tasuke Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit.
  • Mazu jiko wo shire, shikoshite tao wo shire
    Erkenne dich selbst zuerst, dann den Anderen.
  • Gijutsu yori shinjutsu
    Die Kunst des Geistes kommt vor der Kunst der Technik.
  • Kokoru wa hanatan koto wo yosu
    Lerne, deinen Geist zu kontrollieren, und befreie ihn dann von Unnützem.
  • Wazawai wa getai ni shozu
    Unheil entsteht durch Nachlässigkeit.
  • Dojo nomino karate to omou na
    Karate findet nicht nur im Dōjō statt.
  • Karate no shugyo wa issho de aru
    Die Ausbildung im Karate umfasst Dein ganzes Leben.
  • Arai-yuru mono wo karate-ka seyo, soko ni myo-mi ari
    Verbinde dein alltägliches Leben mit Karate.
  • Karate wa yu no got shi taezu natsudo wo ataezareba moto no mizu ni kaeru
    Karate ist wie heisses Wasser, das abkühlt, wenn du es nicht ständig erwärmst.
  • Katsu kangae wa motsu na makenu kangae wa hitsuyo
    Denke nicht ans Gewinnen, doch denke darüber nach, wie du nicht verlierst.
  • Tekki ni yotte tenka seyo Wandle dich, abhängig von deinem Gegner.
  • Tattakai wa kyo-jutsu no soju ikan ni ari
    Anspannung und Entspannung müssen zum richtigen Zeitpunkt angewandt werden.
  • Hito no te ashi wo ken to omoe
    Stell dir deine Hand und deinen Fuss als Schwert vor.
  • Danshi mon wo izureba hyakuman no tekki ari
    Wenn man das Tor der Jugend verlässt, hat man viele Gegner.
  • Kamae wa shoshinsha ni ato wa shizentai
    Das Einnehmen einer Haltung gibt es beim Einsteiger, später gibt es den natürlichen Zustand.
  • Kata wa tadashiku jissen wa betsu mono
    Übe die Kata korrekt, der echte Kampf ist eine andere Angelegenheit.
  • Chikara no kyojaku, karada no shinshuku, waza no kankyu wo wasaruna
    Hart und weich, Spannung und Entspannung, langsam und schnell, alles in Verbindung mit der richtigen Atmung.
  • Tsune ni shinen kufu seyo
    Denke immer nach und versuche dich ständig am Neuen.


Wir möchten uns bei der Associazione Culturale Kokoro International für die Bilder, die Unterlagen und die Unterstützung bedanken.
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